Hinrunden-Endspurt: Bei Gladbach geht was

Morgen wird eine Weiche gestellt. Wird die Hinrunde für Gladbach ein Erfolg oder steht der Verein im Keller?

Wenn ich nicht auf die Punkte schaue, hat mir die Saison bisher gut gefallen. Viele Kritikpunkte, die ich in der letzten Spielzeit hatte, wurden abgestellt.

    • Es gibt ein klares System
    • Für das vorhandene Personal gibt es kein besseres System
    • Zuletzt wurde diese Linie unabhängig von den Ergebnissen durchgezogen
    • Die Neueinkäufe waren gezielt und verstärken die Mannschaft – es gibt mit Reuss sogar einen echten Glücksgriff. Ich müsste lange überlegen und wahrscheinlich Datenbanken bemühen, bis mir ein ähnlicher Transfer einfällt.

Es könnte alles sehr gut aussehen, wären da nicht die Punkte. Dank der spektakulären Negativserie, deren Auslöser das Hoffenheim-Spiel war, ist das zu wenig. Der Negativserie, in dessen Folge den Verantwortlichen Zweifel an der klaren Ausrichtung kamen und die sie die Mannschaft immer wieder umstellen ließ. Erfolglos – bis man wieder zur ursprünglichen Ausrichtung zurückgefunden hatte. Siehe auch hier.

So schlecht es vor vier Wochen noch aussah – jetzt sieht es so aus, als würde Gladbach aus dieser Situation gestärkt hervor gehen. So sehen das auch Buchmacher (Siehe diesen Artikel) wie bet365 (wie hier) Sicher der eigenen Stärken und mannschaftlich zusammengeschweißt. Dass die Mannschaft immer lebte, bewies der Fansupport. Da merkte ein Publikum, dass sein Team stets unter Wert geschlagen wurde.

Deshalb ist mir nicht bange vor den nächsten vier Spielen, in denen es gegen Schalke, Bayern und Leverkusen geht. Und gegen Hannover. Die Saison hat bisher gezeigt, dass Gladbach dann am besten ist, wenn der Gegner das Spiel machen muss und die Mannschaft kontern kann. Das Restprogramm ist für Gladbach vielleicht erfolgversprechender als würde es gegen Bochum, Nürnberg und Berlin gehen.

Und die Saison hat gezeigt, dass die Abwehr, so sehr sie als Schwachstelle erschien, durchaus ein Garant für den Erfolg sein kann. Auch weil Spieler wie Brouwers oder Levels zwar keine herausragenden Talente, aber Typen sind.

Vier Punkte aus den nächsten vier Spielen – das ist realistisch und das würde für eine ausgezeichnete Ausgangsposition reichen. Und da Logan Bailly angekündigt hat, keinen Gegentreffer mehr zu kassieren, ist das ja auch fast schon in trockenen Tüchern. Im Zweifelsfall helfen unsere Erfahrungen.

Sippenhaft oder BGH-Richter sind keine Auswärtsfans

In der letzten Woche hatten wir an dieser Stelle eine Diskussion über das allgemeine Alkoholverbot in Mönchengladbach vor dem Derby. Klar kamen da Argumente wie „Eingriff in die Grundrechte“. Ich äußerte einen Ansatz von Verständnis für die Maßnahme.

Was sind die Vorbedingungen? Nachdem Kölner Ultras eine Fahne der Gladbacher Fraktion gestohlen hatten, eskalierte die Gewalt im Vorfeld der Aufeinandertreffen im letzten Jahr. Von mir aus dürfen sich Hooligans gegenseitig blutig schlagen – nur sollten sie vorher ihre Krankenkassenkarte abgeben. Solange kein Unbeteiligter einbezogen wird, können diese Arschgeigen ihrem „Hobby“ frönen. Aber es eskalierte und Familien mit Kindern waren in der Gefahrenzone.

Diesen Zustand darf man nicht tolerieren. Aber wie soll man ihn verhindern? Mein Argument war, egal welche Maßnahmen man ergreift, irgendjemand ist immer in seinen Grundrechten verletzt. In meinen Augen wirken nur massive Polizeipräsenz und vorbeugende Stadionverbote – für C-Fans und für einen  Teil der B-Fans.

Damit sind wir beim heutigen BGH-Urteil. Nach dem dürfen Vereine sozusagen auf Verdacht Stadionverbote erteilen. Das Fatale ist: Diese gelten nicht nur für den ausführenden Verein, sondern deutschlandweit. Sollte der SC Freiburg mich also verknacken, dann dürfte ich auch nicht mehr in den Nordpark.

Laut SpOn behauptet der betroffene Fan, nicht an gewaltsamen Auseinandersetzungen beteiligt, sondern nur ein unbeteiligter Mitläufer in der Gruppe der Gewalttäter gewesen zu sein. Beweise gegen ihn liegen nicht auf dem Tisch, er wurde zwar von der Polizei in Gewahrsam genommen, aber in der Sache freigesprochen.

Und in diesem Fall wird es problematisch. Darf man einen Fan, der aufgrund des Hörensagens ein potentieller Unruhestifter ist, dauerhaft aussperren?

In diesem Punkt habe ich eine klare Meinung: Das geht gar nicht. Ich habe lange genug Blogs und Foren verfolgt – ohne je selbst davon betroffen gewesen zu sein – um zu wissen, dass die Polizeitaktik vor solchen Spielen Sippenhaft provoziert. Da werden auch mal gerne völlig harmlose Fans mit dem oder sogar ohne den Mob eingekesselt und an der Freizügigkeit gehindert. Der Willkür ist Tür und Tor geöffnet.

Die Krux ist hier die Regelung zum Stadionverbot, dass eben nicht nur Hausrecht der Vereine ist, sondern nationale Wirkung hat. Das Hausrecht muss ich akzeptieren: Wie ich bei meiner Party, hat jeder Verein das Recht, bestimmte Personen nicht reinzulassen. Ein Verbot für einen Spieltag würde die Verhältnismäßigkeit – ob zurecht oder nicht – jedenfalls noch wahren. Dies sollte aber mit Fingerspitzengefühl und vor allem in Kooperation mit dem Fanprojekt stattfinden und nicht par Ordre de Mufti. Dass sich an einen einmaligen auf Verdacht ausgesprochenen Verweis aber eine jahrelange drakonische Sanktion anschließt, das ist unverhältnismäßig.

Die Anti-Fans aber, denen eindeutig ein Vergehen nachgewiesen wurde, sollten sich durchaus ein bis zwei Saisons vor jedem Spiel auf der Polizeistation melden müssen – aber, und das ist viel wichtiger, durch begleitende Maßnahmen in geordnete Bahnen gelenkt werden.

Das ist meine Meinung zu diesem schwierigen Thema: Ohne Pauschalierungen geht es aber nicht und irgendjemanden wird es immer treffen, der es eigentlich nicht verdient hat, um die Sicherheit für alle zu wahren. Aber die Richter am BGH waren wohl sehr selten auf einer Auswärtsfahrt im Sonderzug. Denn wenn sie die Realitäten kennen würden, hätten sie sich nicht so weit aus dem Fenster gelehnt. Wie seht ihr das?

Vor dem Derby: Großräumiges Alkoholverbot in Gladbach

Am Samstag wird das großräumigste Alkoholverbot der Gladbacher Bundesligageschichte gelten.  Die Gründe dafür – unter anderem die Pläne der Ultras und eine Zusammenfassung der Ereignisse beim letzten Aufeinandertreffen –  stehen ausführlich in Amtsblatt.

Für den normalen Fan ärgerlich, aber angesichts der Gefahrenlage nachvollziehbar. Was zuletzt passiert ist, hatte mit gesunder Rivalität nichts mehr zu tun und die Idioten gefährdeten nicht nur sich selbst, sondern auch Unbeteiligte.

Rezension: Fußballschuh “Under Armour Dominate”

Zurzeit ruht dieses Blog aus diversen Gründen. Aber Deal ist Deal, deshalb gibt es zwischendurch die Rezension der Fußballschuhe, die mir Under Armour zur Verfügung gestellt hat.

Normalerweise kicke ich mit Deichmann-Schuhen. Ich habe festgestellt, dass die mindestens genauso lange halten wie Marken-Treter und die diversen Vorteile wie extra-weiches Leder mir persönlichen ziemlich schnurz sind, weil ich sie im Spiel nicht bemerke.

Die Under Armour Dominate liegen mit rund 100 Euro in der gehobenen Preisklasse. Welche Unterschiede konnte ich feststellen, die die Mehrkosten rechtfertigen würden?

Die Qualität der Materialien ist durchweg gut. Auch bei Kleinigkeiten hat UA nicht gespart. So sind die zum Beispiel die Schnürsenkel deutlich solider als der übliche Standard.

Der Spann ist nicht aus Leder, sondern aus einer Art Gummi gefertigt. Die Oberfläche ist dadurch extrem griffig. Beim Abschluss spürt man definitiv einen Unterschied. Das ist gewöhnungsbedürftig, könnte aber mit ein bisschen Übung tatsächlich die Kontrolle verbessern. Die Stelle, an der das Gummi mit dem Leder vernäht ist, könnte allerdings eine Sollbruchstelle sein. Ob es tatsächlich eine ist, muss der Langzeittest zeigen.

Das Futter des Schuhs ist ebenfalls sehr griffig und nicht aus dem üblichen Material hergestellt. Der Effekt ist schwer zu beschreiben; es fühlt sich an, als würde der Schuh den Fuß passgenau umschließen.

Bei der Nockensohle merke ich keinen Unterschied zu einem beliebigen anderen Schuh. Mangels Regeneinsatz konnte ich noch nicht beurteilen, ob der Nässeschutz hält, was er verspricht.

Abschließendes Urteil:
Ja, die Schuhe sind besser als meine Deichmann-Treter. Ja, die Gimmicks machen Spaß. Nein, ich würde nicht den Mehrpreis investieren – außer diese Schuhe hielten zwei Saisons durch. Wer aber sowieso teurere Modelle bevorzugt, kann Under Armour bedenkenlos eine Chance geben.